Prävention

Verhaltensbasierte Arbeitssicherheit

Verhaltensbasierte Sicherheit: Chancen, Grenzen und sinnvolle Einbindung in das Arbeitsschutzmanagement.

Was ist verhaltensbasierte Arbeitssicherheit?

Verhaltensbasierte Arbeitssicherheit (engl. Behavior Based Safety, BBS) nutzt strukturierte Beobachtungen sicherer und unsicherer Handlungen am Arbeitsplatz. Ziel ist, durch Feedback und organisatorische Anpassungen das Verhalten zu verbessern – nicht, Einzelne zu bewerten.

Chancen

  • Sichtbar machen, wo Regeln im Alltag nicht funktionieren (z. B. Abkürzungen, Schutz abmontiert),
  • Mitarbeitende einbeziehen, wenn Beobachtung freiwillig und konstruktiv ist,
  • Ergänzung zu technischen Maßnahmen, wenn diese zuerst geprüft wurden.

Grenzen und Risiken

  • „Die meisten Unfälle sind Verhaltenssache“ – verengt die Sicht auf organisatorische und technische Ursachen,
  • Beobachtungslisten können zu Überwachung und Angst führen,
  • ohne Investition in Anlagen, Wartung und Arbeitsorganisation bleibt BBS wirkungslos.

Sinnvolle Einbindung

  1. Gefährdungen zuerst in der GBU technisch/organisatorisch adressieren,
  2. Beobachtungskriterien mit Betriebsrat und Beschäftigten definieren,
  3. Feedback dialogisch, nicht abstrafend,
  4. Trends aggregiert auswerten – keine „Bestenlisten“ einzelner Personen.

Abgrenzung: Sicherheitsslogans und klassische Prävention.