Grundlagen
Unfallursachen
Ursachenmodell der Berufsgenossenschaften: von Gefahrenquelle über Gefährdung bis zum Unfallereignis.
Zur Ermittlung und Klassifizierung von Unfallursachen gibt es verschiedene Modelle. Im deutschen Arbeitsschutz wird häufig das Erklärungsmodell der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen verwendet – es trennt technische und organisatorische Faktoren vom Unfallereignis.
Begriffe im Überblick
Einem Unfall können – auch kombiniert – zugrunde liegen:
- Gefahrenquelle mit Gefährdungsfaktor (z. B. rotierende Spindel, mechanische Energie),
- gefahrbringende Bedingung (technisch oder organisatorisch),
- begünstigende Bedingung (z. B. Eile, Müdigkeit, unzureichende Beleuchtung).
Vom Modell zum Unfall
Gefahrenquellen geben Energie ab – etwa eine Drehmaschine, ein Stapler oder eine Spannung führende Leitung. Der Gefährdungsfaktor beschreibt die Art der Energie (mechanisch, elektrisch, thermisch …). Eine Übersicht finden Sie unter Gefährdungsfaktoren und Gefahrenquellen.
Gefahrbringende Bedingungen begünstigen das Entstehen einer Gefährdung – z. B. fehlender Schutz, überladene Maschine, unklare Zuständigkeiten. Sobald Gefahrenquelle und gefahrbringende Bedingung zusammentreffen, entsteht eine Gefährdung.
Trifft eine Person auf diese Gefährdung und liegt eine begünstigende Bedingung vor, wird die Gefährdung wirksam – es kommt zum Unfallereignis.
Praxis für die Unfalluntersuchung
Fragen Sie nicht zuerst „Wer hat Fehler gemacht?“, sondern:
- Welche Energie / welche Quelle war beteiligt?
- Welche technischen oder organisatorischen Mängel haben die Gefährdung möglich gemacht?
- Welche Maßnahmen verhindern Wiederholung auf dieser Ebene?
Methodisch hilft die 5-Why-Analyse; strukturiert vorgehen Sie mit der Unfalluntersuchung.